2. Die Hauptfiguren im Thoras-Zyklus

Thoras

ein dünner, schmächtiger Junge von 13 Jahren, lebt als Sklave am Hof des Herzogs von Ventria. Er wurde als Neugeborener auf der Schwelle eines Barons ausgesetzt, der ihn sofort an seinen Lehnsherrn weitergereicht hat. Zwar bekommt er dort keine gute Schulausbildung, aber er spricht das Atlantisch der Oberklasse. Seine Haut ist ein wenig dunkler als die seiner Mitmenschen. Auffällig an ihm sind seine blauen Augen, eine seltene Ausnahme unter den Atlantern.

Sein Herr und Besitzer herrscht als Statthalter des Kaisers über die Feuchtlande, die in etwa Europa entsprechen. Thoras versucht, jegliche Arbeit zu umgehen. Daß er sehr geschickt und trotz seiner schmalen Gestalt erstaunlich kräftig ist, hat er mit Erfolg verborgen, denn er weiß genau, daß starke und geschickte Sklaven noch mehr arbeiten müssen. Folglich wurde er dazu ausersehen, dem Sohn des Herzogs, Prinz Magris, als lebendes Ziel für dessen Übungen im Kampfsport Sun zu dienen. Wehren darf er sich natürlich nicht, sonst wird er bestraft.

Wie jeder Sklave träumt Thoras von der Freiheit. Er hat auch schon einen Plan: Er übt heimlich alle Techniken, die Prinz Magris in seinem Sununterricht beigebracht bekommt. Er hofft, dadurch irgendwann den Rang eines Sunmeisters zu erlangen. Als Sunmeister würde er freigelassen und könnte eine eigene Sunschule gründen und die Kinder reicher Leute in dieser Kunst ausbilden.

Michael Strempfel

ist völlig fremd in der Welt von Thoras. Er hat hier, in unserer Welt, Physik studiert und als Softwareentwickler gearbeitet, doch plötzlich sitzt er im Behandlungszimmer zweier Magier von Atlantis. Er beherrscht die Sprache, die Schrift und kann sogar ein wenig zaubern, aber er weiß nicht, wann er das gelernt hat. Er erinnert sich an Würzburg, an 32 Jahre Leben - doch plötzlich ist er wieder zum Kind geworden, so alt wie Thoras.

Nach seinem Aussehen - hellte Haut, braune Haare, nachtgraue Augen - stammt er eindeutig aus einer anderen Welt. Aber aus welcher? Träume beginnen ihn zu plagen, Träume von einer Stadt namens Eonata, von der er nie gehört hat und die auch die Atlanter nicht zu kennen scheinen.

Er versellt sich, gibt vor, taubstumm zu sein und nichts zu können, was irgendwie von Nutzen wäre. Er offenbart sich nur Thoras, seinem Zimmergenossen. Für den Herzog, seinen Besitzer, ist er nur eines: Eine Kuriosität, die er als Kampftrinker gegen die Champions anderer Fürsten antreten läßt und die ihm einen sicheren Wettgewinn beschert.

Adrea Sahor

hat einen kleinen Vorteil: sie ist eine Prinzessin. Und sie hat einen sehr großen Nachteil: sie ist ein Mädchen. Das heißt, sie kann ihr erwähltes Hobby nicht ausüben, denn nicht einmal einer Prinzessin wird erlaubt, den Kampfsport Sun zu erlernen. Sie hat ein paar Bücher erbeutet, bei ihrem verstorbenen Großvater mitgenommen, aus denen sie die Techniken erlernt. Aber es fehlen ihr lebendige Übungsobjekte.

Deshalb interessiert sie sich für den stummen Sklaven, der nicht verraten kann, was die Prinzessin mit ihm anstellt. Die Prinzessin verfolgt ihre Beute heimlich - und erwischt Thoras. Zuerst will sie ihrem Pflichtbewußtsein als Prinzessin aus dem Hause Saho folgen und die Sklaven einer Bestrafung zuführen, doch dann erkennt sie ihren persönlichen Vorteil. Thoras kann immerhin die Grundlagen von Sun.

Adrea einigt sich mit Thoras und Michael. Sie versorgt die beiden mit Büchern - Thoras mit Sun, Michael mit Magie - und darf dafür lernen. So hat nun auch Adrea ein Geheimnis im Schloß Ventria.

Die Welt von Atlantis
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